Geführte Wanderungen auf Friedrichsfeld

Gemeinsam wandern – Vielfalt der Natur erleben!


Unter diesem Motto stehen auch in diesem Jahr die Wandertage für die biologische Vielfalt. Bundesweit finden von Mai bis Juli auf Initiative des Bundesamtes für Naturschutz wieder Wanderungen statt. Die Kreisgruppen Friesland und Ammerland, des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND bieten auch in diesem Jahr Wanderungen an, um die biologische Vielfalt erfahrbar zu machen und das Interesse an Arten, Lebensräume und Landschaften zu wecken. Unter fachkundiger Führung wird ein Einblick in die arten- und abwechslungsreiche Vielfalt des ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld, bei Varel geboten. Das 250 ha große Gelände ist nach fast hundertjähriger militärischer Nutzung seit 2007 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Durch die fortwährende, extensive Nutzung und natürlicher Sukzession hat sich eine für die nordwestdeutsche Region einzigartige Flora und Fauna entwickeln können. Eine Vielzahl verschiedenster Biotop- und Landschaftstypen prägen den in den 30er Jahren als Flugplatz genutzten, ehemaligen Übungsplatz. Seltene und bedrohte Tier und Pflanzenarten in großer Anzahl ziehen immer mehr Naturliebhaber in ihren Bann. So trifft man auf blütenreiche Wiesen mit Margeriten, Tausendgüldenkraut, Klappertopf, Flockenblume und Orchideen oder beobachtet den Neuntöter beim Beutefang und den Großen Schillerfalter im Blattwerk der unterschiedlichsten Bäume. Am Samstag, den 30. Mai um 14 Uhr sowie am Sonntag, den 12. Juli um 10 Uhr haben interessierte Teilnehmer die Möglichkeit diese Vielfalt zu erleben. Treffpunkt zur Wanderung ist die Wiese beim Dorfgemeinschaftshaus, Grabhorner Weg 38a im Bockhorner Ortsteil Osterforde. Infos erteilt Thomas Coldewey vom BUND-Friesland unter der Tel.Nr.:04452/709378.

Die Natur überwuchert alte Wege und holt sich die Lebensräume zurück

Foto: Thomas Coldewey

Varel-Friedrichsfeld

Foto: Hartmut Müller-Mangels - unsere Arbeitsgruppe bei der Besichtigung

Das Gelände ist ein stillgelegter Standortübungsplatz, auf dem sich in den letzten Jahren eine reichhaltige Artenvielfalt entwickelt hat. 

Das Gelände ist öffentlich zugängig und momentan verpachtet. Es wird aufgesucht von vielen Bürgern der Umgebung wegen der Abgeschiedenheit und der interessanten Flora und Fauna.

Die BUND-Kreisgruppe Friesland beobachtet und kartiert die Pflanzen- und Tierwelt seit mehreren Jahren  zu unterschiedlichen Jahreszeiten.

Knabenkraut

Termin am 12.12.12 bei der Unteren Naturschutzbehörde

Foto: Sabine Sondermann - Sumpfkratzdiestel

Wie schon erwähnt, hatten wir um ein Gespräch mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde gebeten.  Einen Tag zuvor hatte Bernd unser Konzept mit den Anschreiben bei H. Tuinmann abgegeben. Dieser hatte uns dann herzlich in Empfang genommen und es entwickelte sich ein konstruktives Gespräch. H. Tuinmann empfahl uns ein direktes Gespräch mit H. Mangl von der Niedersächsichen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg und wollte diesen dazu kontaktieren.

Außerdem hat H. Tuinmann nochmals darauf hingewiesen, dass Friedrichsfeld, ob die A22/20 nun gebaut wird oder nicht, als Ausgleichsfläche ausgewiesen ist. Die Angst mancher besorgter Bürger ist damit vom Tisch. Denn es wurde schon vermutet, dass falls die Autobahn tatsächlich nicht gebaut wird, was wir ja hoffen, Friedrichsfeld eventuell verkauft und intensiv bewirtschaftet werden könnte.

Antrag auf Ausweisung als Nationales Naturerbe

Foto: Sabine Sondermann - Weiße Trauben Skabiose

Nachdem wir am 19.04.12 bei der Unteren Naturschutzbehörde waren, sprach ich eine mir bekannte Diplom Biologin an, ob sie nicht mal eine Begehung des Gebietes vornehmen könnte. Obwohl diese immer sehr stark eingebunden ist, hat sie sich aber dann doch einen Termin freigehalten. Bei dieser Begehung wurden wir von Bernd Pannbacker geführt, da sich dieser schon seit einigen Jahren intensiv mit dem Gebiet beschäftigt hatte. So konnte er uns gleich zu einigen, für ihn eindrucksvollen Stellen führen. Die Biologin war gleich begeseistert und sprach von großer Vielfalt. Nachfolgend kamen dann einige Begehungen dazu und auch die Uni Oldenburg wurde über die Biologin in den Bann des Gebietes mit einbezogen.

In kurzer Zeit wurden so viele Entdeckungen gemacht und man ist sich sicher, dass da noch mehr zu entdecken ist.

Da die Planer der A22/20 nun ihr Konzept in Varel und Bockhorn vorstellen wollten, mußte schnell gehandelt werden. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde von  uns ein Antrag auf Ausweisung als Nationale Naturerbe erarbeitet und dieser ging dann am 11.12.12 mit der Post raus. (siehe unten!) Zuvor hatten wir aber die Infoveranstaltung in Varel und auch Bockhorn besucht. Nach dem Besuch in Varel hatten wir doch Angst, dass die Autobahnplaner umgehend mit den Arbeiten im Gebiet Friedrichsfeld beginngen wollten. Weil wir erkennen mussten, dass die Straßenbaubehörde die Tiere und Pflanzen bisher nur sehr oberflächlich erfasst hat und wir deshalb durch die geplanten Maßnahmen Schäden an wertvollen Beständen befürchten, haben wir einen Antrag auf Nacherfassung gestellt (siehe unten)

Am 12.12.12 haben wir,  Hartmut, Bernd, eine Vertreterin des BUND-Ammerland und ich unseren Antrag und unsere Arbeit bei der Unteren Naturschutzbehörde vorgestellt.

Antrag auf Nacherfassung an die Straßenbaubehörde Oldenburg

Antrag auf Auswweisung als Nationales Naturerbe an das Bundesamt für Naturschutz

Antrag auf Ausweisung als Nationales Naturerbe an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Biotopkartierung NLWKN

Pflanzenliste

Tierarten

und hier noch der Link zum Konzept der Straßenbaubehörde

Gespräch mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde Friesland

Foto: Sabine Sondermann - Laufkäfer

Unser 1. Vorsitzender, Horst Wenzel, konnte dann doch endlich ein Treffen vereinbaren. Leider konnte er wegen einer schlimmen Erkrankung dann am 19.04. den Termin selbst nicht wahrnehmen.

Hartmut Müller-Mangels und meine Person trafen uns am 19.04.12 zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Leiter der hiesigen Unteren Naturschutzbehörde.

Natürlich war Friedrichsfeld ein großes Thema der Besprechung. 

Zur Information: Friedrichsfeld ist offiziell als Ausgleichfläche für die sich in Planung befindliche A22/20 ausgewiesen. Der früher geplante Verkauf durch die BImA ist lt. Herrn Tuinmann aber vom Tisch.

Herr Tuinmann teilte uns mit, daß im Auftrag der Straßenbaubehörde Oldenburg im Rahmen der Planung zur Realisierung der geplanten A22/20, drei Planungsbüros mit den Kartierungsarbeiten in Friedrichsfeld beauftragt gewesen wären und diese ihre Arbeit abgeschlossen hätten. Das Ergebnis sei ernüchternd gewesen, denn es wären keine gesetzlich geschützten Flächen oder Arten, sondern nur 14 "Roteliste-Arten" gefunden und kartiert wurden. Weitere Kartierungen von unserer Seite seien nur Geldverschwendung und er würde an unserer Stelle darauf verzichten.

Weiter kam in Sachen Friedrichsfeld der Mähtermin zur Diskussion. Auch Herr Tuinmann war unserer Meinung, daß wegen der Aussamung u. a. des Knabenkrautes besonders auf den Mähtermin betroffener Flächen zu achten sei. Dies würde künftig besser berücksichtigt. Außerdem sollen wohl rund 100 ha intensiever beweidet werden. Hierfür soll diese Fläche eingezäunt werden.

Beim Regionaltreffen der BUND-Kreisgruppen, welches gestern (21.05.12) in Oldenbug stattfand, wurde unsere Meinung zu eigenen Kartierungen bestätigt. Die ersten Kontakte zu Botanikern wurden auch schon geknüft.

Misthaufen auf Magerwiese

Am 21.09.11 habe ich in Vetretung unserer Kreisgruppe H. Tuinmann von der "Unteren Naturschutzbehörde" wegen einer telefonischen Meldung von Mistablagerung auf dem Gebiet Friedrichsfeld angeschrieben.

In dem Schreiben habe ich den Verstoß gegen § 28 a NNatG (jetzt §30 BNatSchG) aufgeführt und gebeten, daß die Untere Naturschutzbehörde dafür Sorge trägt, daß der Misthaufen unverzüglich entfernt und der Verursacher belangt wird.

Recht schnell, am 27.09. erhielt ich die Antwort, daß der Pächter und der Eigentümer kontaktiert wurden und die Beseitigung angeordnet worden sei. Über dies sei eine Strafverfolgung nicht möglich, da keine Flächen von Friedrichsfeld in das Verzeichnis für schützenswerte Gebiete aufgenommen wurden. Ferner würde die Fläche, auf denen der Mist abgelagert wurde, nicht unter den Schutz des BNatSchG fallen.

Nach meinem Urlaub schrieb ich am 11.10.11 nochmals an H. Tuinmann und meldete meine Bedenken zu dieser Aussage an und kündigte an, daß wir eine Begehung der Flächen in Friedrichsfeld mit einer Diplombiologin vorschlagen und lud ihn dazu ein und bat um Terminabsprache.

Am 21.12.11 kontaktierte ich H. Tuinmann nochmals und bedankte mich für einen Brief an unseren 1. Vorsitzenden und kam nochmals auf das Thema Friedrichsfeld zu sprechen. Ich bot nochmals unsere Zusammenarbeit an, bat um eine Terminabstimmung  und sprach meine Verwunderung über das Versäumnis der Eintragung der schützenswürdigen Flächen in die Liste nach §31 des NNatG aus. Zusätzlich fragte ich, ob die uns zugetragene Anfrage nach Ausweisung einer Mülldeponie für das Gebiet tatsächlich vorlag.

Leider mußte ich diese Anfrage bzw. diese Mail am 27.01.12 nochmals schicken, da ich bis heute (13.02.12) noch keine Antwort erhielt.

 

Foto: Johann Duitz - auch in diesem Bereich gibt es etliche Orchideen


Foto: Sabine Sondermann - Pappelkäfer
Foto: Sabine Sondermann
Foto: Sabine Sondermann - Goldlaufkäfer
Foto:Sabine Sondermann
Foto: Sabine Sondermann - Skabiosen-Flockenblume
Foto: Sabine Sondermann - Landkärtchen - Rotgelber Weichkäfer
Foto: Sabine Sondermann - Erdhummel - Flockenblume
Foto: Sabine Sondermann - Gitterspanner
Suche